Barga – ein verstecktes Kleinod in den Bergen Toskanas

Barga -ein kleines mittelalterliches Dorf im Zentrum der Region Grafagnana, über die ich euch bereits hier berichtet habe, und für mich einer der eindrucksvollsten und zweifellos schönsten Orte in Italien!!!

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Die kleine Gemeinde Barga, mit knapp über Zehntausend Einwohnern, befindet sich auf dem Berg Remeggio über der Provinz Lucca.

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Vom weiten sieht die ausdrucksvolle Ortschaft aus wie gemalt!

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Das historische Zentrum der Stadt liegt auf dem Abhang eines Hügels in etwa 400 Metern Höhe, von wo sich das herrliche Panorama der Region Garfagnana öffnet.

Die antiken Mauer, die die Burg einst beschützten, sind heute noch zu sehen, ebenso zwei von den ursprünglichen drei Zugangstoren.

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Ganz oben über die Stadt thront imposant die Kathedrale -der Dom San Christopher aus dem 11. Jahrhundert.

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Dieses Bauwerk sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!

Das Beeindrückende an dieser mittelalterlichen Kirche ist auch eine fünf Meter hohe Marmorkanzel, die von einem der großen Künstler des XIII Jahrhunderts NiccoloPisano erschaffen wurde.

Aber auch ein Blick vom Vorplatz des Doms, der ein hervorragendes Beispiel der Romanischen Architektur ist, lohnt sich -hier kann kann man bis in das Serchio-Tal sehen und den atemberaubenden Ausblick auf die Gipfel der Apuanischen Alpen und der Apenninen genießen!

 

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Eine bessere Aussicht bietet sonst kein anderer Punkt der Stadt.

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Barga ist aber auch ein Standort vieler Renaissance-Paläste, wie zum Beispiel Palazzo Pancrazi, heutiger Sitz der Stadtverwaltung, Palazzo Balduini und Palazzo Bertacchi, der in vergangenen Zeiten die Großherzoge der Toskana beherbergte.

Im Laufe des Jahres ist Barga ein Schauplatz verschiedener kultureller Veranstaltungen und Musik-Festivals geworden.

Der wichtigste musikalische Treffpunkt der Stadt ist dabei das seit 1668 existierte Theater Teatro dei Differenti, das in seiner langen Geschichte sowohl Ruhm als auch Misserfolg erlebt hatte. Heute schlägt genau hier das Herz des Kulturlebens von Barga. In den Sommermonaten finden hier verschiedene Musikfestivals statt, darunter im Juli die Opera Barga, und Barga Jazz im August. Auch viele Opernsänger aus Florenz und Genua haben hier ihr neues zu Hause gefunden.

 

Viele Kleinode und Schönheiten gilt es in Barga zu entdecken, was mich aber an diesen Ort am meisten begeistert ist die Herzlichkeit der Einheimischen -das einfache Leben und das Miteinander.

 

Weit ab von der hektischen Zivilisation, scheint sich hier in den letzten 700 Jahren, nicht nur architektonisch gesehen, nicht viel geändert zu haben.

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Fax und E-Mail werden hier  kaum benötigt. Fast schämt man sich für seinen mitgebrachten Laptop und Smartphone, der eh nicht viel nutzen wurde, da der Mobilfunk Empfang hier in den Bergen ganz schlecht ist.

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Nachrichten werden hier von Enrico und Agostini Caproni, zwei Brüdern denen ein kleiner Lebensmittelladen „Alimentari Caproni“ gehört, übermittelt.

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In den kleinen Laden, der Lokale Spezialitäten wie Käse, Schinken, Salami, Oliven, Öl, Wein und vieles mehr bietet, trifft sich die Dorfgemeinde. Als wir den Laden zum ersten mal betreten werden wir wie alte verlorengegangene Freunde begrüßt.

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Einer der Brüder schneidet frischen Schinken und schmiert uns ein Brot zum probieren, der andere kommt gleich mit kleinen Bechern Wein zum kosten. Wir kaufen eine Menge Köstlichkeiten ein, beherzt greift Agostini in unseren Einkaufskorb und „tauscht“ einige von mir ausgewählten Produkte aus – „nimm lieber die Pasta, das ist die Beste!…“ Und das selbstgemachte Pesto füllt er mir frisch ab, statt das aus dem Glas. Den Honig von einem befreundeten Imker darf er eigentlich nicht offiziel verkaufen verrät Enrico aufrichtig, da er nicht etikettiert ist, eben selbstgemacht, aber dafür der Beste! -Selbstverständlich kommt der Honig von unter der Ladentheke mit! 😉

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Den Käse darf ich mir selber zuschneiden und MUSS natürlich auch alle Sorten probieren! Stolz sind die Leute hier auf Ihre Erzeugnisse und Produkte, und als ich nach Farro frage, einer Dinkelart, rennt Agostino gleich zu Kühltheke und bringt eine Schüssel Farrosalat zum probieren -eine Spezialität in der Region -er hätte den Salat selber am morgen zubereitet, er schmeckt köstlich und Agostini verrät mir auch gleich gerne sein Rezept und erklärt mir ausführlich die Zubereitung.

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Er bedauert sehr, dass die diesjährige Farroernte erst in den nächsten Wochen erwartet wird, aber ich kaufe dennoch zwei Kilo des Farros aus der letzten Ernte- zu gut schmeckt der Salat, den muss ich zuhause unbedingt nachkochen!

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In den kleinen Laden herrscht ein Buntes Treiben und Gewusel. Es wird geratscht und gelacht -viel gelacht! Manch einer könnte jetzt meinen so viel Aufmerksamkeit bekommen bestimmt nur zahlungskräftige Touristen -weit gefehlt! Hier ist nichts aufdringlich und aufgesetzt sondern aufrichtig und ehrlich! So herzlich gehen die Menschen hier tagein, tagaus miteinander um. Diese Eigenschaften vermisse ich, zurück in der Heimat am meisten!

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Wer hier seinen Urlaub verbringt sollte sich Zeit nehmen um die ganzen Eindrücke und Erlebnisse richtig aufnehmen zu können. Nach dem erfolgreichen Einkauf geht es zum Lunch in die Stadt, die beste selbstgemachte Pasta der Stadt gibt es in der kleinen Trattoria L`Altana, direkt am Anfang des historischen Ortskern.

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Es ist noch früh, wir ergattern einen der wenigen Außenplätze (ich empfehle jedoch vorher zu reservieren). Hier sollte man vor allem die Hausgemachten Teigwaren probieren! Köstlich! Selten habe ich so eine gute Pasta gegessen!

 

Nach dem Lunch möchten wir einen kleinen Verdauungsspaziergang unternehmen, wir kommen aber erst nur wenige meter voran, an der Piazza Santissima Annunziata, an der Locanda di Mezzo, winkt uns Giulio, der junge Betreiber des Restaurants, gleich heran und spendiert uns einen Kaffee -am Vorabend, und einigen Abenden zuvor, waren wir hier bereits zum Essen. Man kennt sich also, so fällt die Begrüßung auch mit Küsschen auf die Wange herzlich und freundschaftlich aus. Dieses außergewöhnliche Restaurant mit exzellenter Küche möchte ich euch ebenso ans Herz legen.

 

Die Locanda di Mezzo ist sicherlich eines der exklusivsten Restaurants im historischen Zentrum von Barga, neben der Gastfreundschaft punktet es hier vor allem mit Qualität. Hier wird die traditionelle lokale Küche neu interpretiert und modern umgesetzt. Auch eine Vielzahl von veganen Gerichten finden sich auf der gut zusammengestellten Karte wieder. Die Gerichte werden stilvoll auf den Tellern angerichtet und gleichen kleinen Kunstwerken. Die Zutaten kommen dabei alle aus der Region. Bei einem unserer Besuche in der Locanda wählten wir ein Degustationsmenü -Francesco der Küchenchef, zauberte dabei mehrere kleine Gerichte begleitet von hervorragenden Weinen und entführte uns dabei auf eine Reise der Sinne!

Hier kommen wirklich, getreu deren Motto „Portiamo in Tavola le Idee“, neue Ideen auf den Tisch! Zugegeben, die Preise sind etwas höher aber es lohnt sich allemal!

Nach der kleinen Kaffeepause schlendern wir dann doch noch weiter die engen Gassen zum Dom hinauf und genießen oben im Schatten der meterhohen Zypressen den sensationellen Panoramablick über das Tal und die umliegenden Berge.

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Zum Abendessen kehren wir dann in unser traumhaftes Hotel das Renaissance Tuscany Il Ciocco Resort & Spa, über das ich euch bereits hier berichte habe, zurück. Wir sitzen im milden Licht des Sonnenutergangs auf der schönen Terrasse und blicken auf die malerische Kulisse von Barga, die sich Postkartengleich vor unseren Augen erstreckt -beinahe schon unwirklich und surreal!

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Und ich nippe an den Wein, und lasse den Tag Revue passieren und fühle nur eins -pures Glück!

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Bis Bald,
Magdalena


4 Gedanken zu “Barga – ein verstecktes Kleinod in den Bergen Toskanas

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