La Dolce Vita: der Gardasee (Teil 1)

Der Gardasee ist für viele Münchener schon fast eine zweite Heimat, durch die Hauptverkehrsader -die Brennerautobahn ist es fast nur ein Katzensprung an den Lago di Garda, das größte Binnengewässer und eines der nördlichsten Paradiese Italiens. Für die die es schnell lieben, führt die Autobahn direkt nach Riva del Garda -schöner ist aber die malerische Straße von Trient über den Monte Baldo, durch die verschlafenen Örtchen Lasino, Drena und Dro hinunter zum Gardasee.

img_6503Der Gardasee

Jeder der sich regelmäßig  am Gardasee aufhält hat so seine persönlichen Lieblingsplätze. Einige schwören auf den Norden und die Gegend um Torbole, wo sich dank der heftigen Winde ein wahres Paradies für Surfer etabliert hat, Arco mit den schönsten Klettergärten und ganz besonders die mondäne Riva del Garda mit der herrlichen Festung der mittelalterlichen Familie der Scaliger direkt am See. Andere wiederrum bevorzugen das von Weingeprägte Hinterland rund um Bardolino und Garda.

Mich hingegen zieht es immer wieder an die Westküste und die Gegend um Salò –Für mich Ist es Italien pur! ❤ ❤ ❤

Ich war schon zig mal am Gardasee und kenne dort so ziemlich jede Ecke mindestens genauso gut wie meine eigene Westentasche. Heute stelle ich euch meine absoluten Lieblingsplätze rund um den Lago vor. 😀

Im Teil 1 knüpfe ich mir den Norden und den Westen vor, im Teil 2 werde ich ein einigen Tagen über den südlichen und östlichen Seeufer berichten.

img_6467Im Hintergrund meine Lieblingsstadt am Lago: Salò

Über die Brennerautobahn sind es von München aus nur knapp vier Stunden Autofahrt, drum eignet sich der Gardasee für mich auch Prima für ein Wochenendausflug. Dabei sorgt allein schon die Fahrt durch Österreich und die Alpenüberquerung für unvergessliche Eindrücke und spätestens an der italienischen Grenze packt einen dann das Urlaubsfeeling ganz und gar! (spart Zeit: hier könnt ihr die Videomaut für den Brenner vorab online kaufen)

img_6501Die Brennerautobahn

Mein Mann und ich haben da so ein kleines Ritual, auf der Fahrt hören wir stets italienische Musik, meist Eros Ramazzotti oder Italo-Hits der 80er Jahre. An der ersten Raststätte gleich nach der Grenze gibt es dann auch schon den ersten Cappuccino und einen Käsetoast oder Panini. Und selbst wenn es für uns meistens ganz nach Süden, nach Desenzano oder nach Sirmione geht nehmen wir stets die erste Ausfahrt Roverto Süd und fahren die traumhaft Westküste des Gardasees entlang. Egal wie spät wir dann im Hotel ankommen -hier gilt: „Der Weg ist das Ziel!“

Als erstes halten wir immer kurz auf der Aussichtsplattform auf einem kleinen Felsplateau oberhalb von Torbole -der Name Belvedere sagt schon alles- Traumblick über den See! Hier genießen wir das Panorama und lassen den Urlaub oder Kurztrip beginnen.

img_6469 Erster Halt: Belvedere

In Riva del Garda an der schmalen Nordküste lassen wir uns dann das erste Gelato in einem der zahlreichen Cafes an der Piazza 3 Novembre schmecken.

253649_231425526870583_1231149_nDer Hafen an der Piazza 3 Novembre in Riva

Die Piazza liegt direkt am Hafen und ist gesäumt von venezianisch-lombardischen Gebäuden und Laubgängen aus dem 13. Jh.

img_6470Bummeln durch Riva del Garda

Wir nehmen uns stets ein wenig Zeit durch das Dorf zu schlendern und den Surfern und Seglern zuzuschauen. Im Riva bestimmen die Winde den Tagesablauf: vormittags weht „der König der Gardaseewinde“ -die Pelér vom Norden, Nachmittags der vom Süden der Ora -früher kamen die Lastschiffe am Nachmittag mit der Ora um am nächsten morgen mit der Pelér zurück in den Süden zu Segeln.

Einen Atemberaubenden Ausblick über den See bekommt man vom Torre Apponale, ca. 160 Stufen führen bis zur dieser Aussichtsplattform aber man wird durch den Ausblick für die Mühen belohnt. (Öffnungszeiten findet ihr hier)

img_6594Der Aussichtsturm: Torre Apponale

Wer in Riva verweilt kommt auch an La Rocca nicht vorbei. Eine echte Wasserburg, die von allen Seiten vom Gardasee umschlossen ist, aus dem Jahre 1124, errichtet als Verteidigungswerk. Heute befindet sich dort ein Museum. (Öffnungszeiten findet ihr hier)

img_6595Rivas Wasserburg: La Rocca

Zum Entspannen lädt auch die mondäne Spiaggia degli Olivi, wie ein Amphitheater am See liegender Strandbad aus den 1930er Jahren, ein.

img_6596Spiaggia degli Olivi

Aber lange verweilen wir meistens nicht im Norden. Mich zieht es immer in den Südwesten -für mich „die italienische Seite“ des Sees.

img_6468Kleiner Halt an der Gardesana und den Ausblick genießen

Um die Westküste entlang befahren zu können, wurden für die Erbaung der Gardesana occidentale (eingeweiht 1931) 74 Tunnels in die Steilhänge der Küste gesprengt; von Riva del Garda über Limone, Gargnano, Maderno und Gardone gelangt man heute so bis ins südliche Salò.

Die Gardesana ist einer der schönsten Panoramastraßen Italiens

Eins der schönsten Dörfer, und definitiv einen kurzen Zwischenstopp wert, ist Limone -das Dorf wo die Zitronen blühen!

Limone ist ein Dorf der Methusalems – Forscher fanden im Blut der Bewohner ein mutiertest Protein, das „Apolipoprotein“ Vor dem erbau der Gardesana war Limone isoliert und nur schwer erreichbar für die Außenwelt, das förderte das heiraten unter Verwandten und eine Laune der Natur bestrafte die Inzucht nicht mit einer genetischer Deformation, sondern zauberte das Jungbrunnen Gen -die Folge: in Limone leben die meisten über 80-Jährigen Italiens, Herzinfarkte und Krebserkrankungen kommen unter den Genträgern fast nie vor. 2008 verstarb die ehemalige Dorfleiterin im Alter von 108 Jahren und es gibt mittlerweile einige über 100 Jährige im Dorf. (zum ersten mal las ich vor einigen Jahren in der Süddeutschen Zeitung darüber, ihr findet diesen Interessanten Artikel hier)

Jungbrunnen Limone?

In Limone empfehle ich euch unbedingt Limonaia del Castel -eins der schönsten Zitronengewächshäusern am See (dort werden bereits seit dem 18 Jh. Zitronen angebaut) zu besichtigen. (Öffnungszeiten hier)

Limonaia del Castel

Fährt man weiter durch Gargnano sticht gleich die neugotische „Villa Feltrinelli“ ( 1943-1945 Mussolinis Residenz) ins Auge. Heute beherbergt sie mit der atemberaubenden Parkanlage ein Luxushotel, dessen Preisliste Schwindelanfälle verursacht. Für viele gilt Gargnano als das hübscheste, ungeschminkteste Dorf am Gardasee.

img_6593Villa Feltrinelli

Das beschauliche Dorf Gardone wiederrum, wo bereits um das Jahr 1900 Sonnenkuren angeboten wurden, werden wohl die meisten Literaturliebhaber von euch kennen. Dort schrieb der Literaturnobelpreisträger Paul Heyse seine Ode an den Gardasee, das Gedicht „letzter Wille“. Der verschlafene Ort mit seinen verwunschenen Villen bietet nostalgische Atmosphäre und viel Ruhe, als sei zuweilen die Zeit dort stehen geblieben.

Mein absoluter Hotspot ist und bleibt aber die Uferpromenade mit den Dachterrassenhäusern in Salò. Sie gehört zu den schönsten am See!

img_6491An der Uferpromenade in Salò

Das Rivaboot Aufkommen der legendären Mahagoni Jetsetboote aus den 60ern ist in der kleinen und engen Bucht aufgrund der dort beheimateten Werft des Luxusbootsherstellers sehr groß (in Riva del Garda selbst, sind private Motorboote aufgrund der vielen Surfer leider mittlerweile verboten) -was den italienischen und mondänen Flair des malerischen Ständchens mit den schönen Arkaden und Palazzi nur noch mehr unterstreicht.

 Ich bin ein großer Fan der luxuriösen Mahagoni Boote von Riva

Sehenswert in Salò ist auch der Dom Santa Maria Annuziata aus dem 16. Jh.  mit seinem atemberaubenden marmorierten Renaissanceportal.

Dom Santa Maria Annuziata

Ich liebe es Sonntags nach der Messe, in einem Cafe auf der kleinen Piazza vor dem Dom einen Cappuccino zu trinken und die Einwohner die aus der Kirche kommen zu beobachten.

img_6573Buntes treiben auf der Piazza del Duomo

Ganze Familien treffen sich festlich gekleidet und ratschen und lachen, trinken einen Espresso im stehen und die Kinder rennen fröhlich umher und spielen auf den Stufen des Doms stets lautstark ermahnt von der Mama die Festtagskleidung nicht schmutzig zu machen. Ich liebe dieses bunte, etwas chaotische aber doch tiefenentspannte Treiben und die pure Lebensfreude der Italiener.

Bestes Eis am Gardasee

Hier am Dom gibt’s übrigens das beste Gelato am See -die lange Schlange am Domplatz weist den Weg zur Casa del Dolce.

img_6565Schlange stehen am Casa del Dolce -es lohnt sich!!! 🙂

Alles was das Herz der Ragazzas begehrt findet man in den Boutiquen und Schuhgeschäften auf der Via San Carlo, Via Butturini & Piazza Zanelli, die Läden haben nach der Siesta auch Sonntags geöffnet und stellen selbst die Shoppingmeilen in Mailand in den Schatten!

Shoppingtime! 😉

Mein absoluter Hotspot an der Uferpromenade ist die Bar Italia die vorwiegend von Einheimischen frequentiert wird. Sie ist ein fester Anlaufpunkt unserer Gardaseebesuche und das auch gerne zur Jeder Tageszeit und nicht selten auch mehrmals täglich. Oft lassen wir den Tag hier mit einen Cappuccino beginnen und erleben so den italienischen Alltag: topgekleidete Geschäftsleute nippen an Ihren Espresso und überfliegen die Schlagzeilen der Gazetten. Schicke junge Kellnerinnen und Verkäuferinnen machen hier halt auf dem Weg zu Ihrer Arbeit und tratschen lauthals über ihr Liebesleben. Auch die ersten Pensionäre tauchen auf um auf der Terrasse die ersten Sonnenstrahlen zu genießen, lächeln verschmilzt und schütteln den Kopf über die schlüpfrigen Gespräche der Jungen.

Mittags kehren wir nach einem Spaziergang auf einen Aperol Spritz und kleinen Lunch zurück und beobachten die schukelnden Segelboote auf dem Wasser. Zur Siesta Zeit ist die Uferpromenade ganz ruhig und seelig. Abends, wenn das Städtchen dann so richtig zum Leben erwacht, kommen wir nach dem Abendessen gerne noch mal auf den einen oder anderen Cocktail vorbei.Italientypisch werden gratis zahlreiche kleine Snacks und Antipasti serviert, sobald man ein alkoholisches Getränk bestellt. Die Leckereien, wie eingelegte Zwiebeln, gefüllte Peperoni, aromatische Oliven und vieles mehr kann man in der Bar übrigens auch als Mitbringsel für´s Zuhause erwerben.

img_6475Den Abend auslaufen lassen in der Bar Italia

Ich liebe an der kilometerlangen Seepromenade, die komplett Fußgängerzone ist, zu schlendern.

Schlendern an der Uferpromenade

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Sie erstreckt sich entlang der kompletten Bucht vom Dom bis hin zum durch majestätische Zypressen gesäumten gegenüberliegenden Ufer an dessen Hang sich der schönste Friedhof den ich kenne befindet. Hört sich vielleicht komisch an, aber genau hier möchte auch ich gerne meine letzte Ruhestätte finden.

Cimitero Comunale di Salò BAGNI

Am Fuße des Friedhofs befindet sich ein kleiner kostenfreier Parkplatz an dessen Ufer Bänke stehen und zum verweilen einladen. Dort ragt ein kleiner Holzsteg in den See hinein und bietet den malerischen Blick auf Salò. Das ist mein Lieblingsplatz am Gardasee! ❤

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Jedes Mal wenn wir am Lago sind kaufen wir am Wochenmarkt ein paar Leckereien und einen guten Wein, packen unseren Picknickkorb und fahren zu diesem Steg um die Seele baumeln zu lassen. Stundenlang könnte ich dort sitzen und einfach nur sein!

Picknick am Lieblingsplatz

Tipp: Ein Segel oder Motorboot (unbedingt eine Riva!) bei Garda Yachting Charter (schon ab 120€/Tag) mieten & den Lago von Wasser aus bewundern!

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Per Boot gelangt man dann auch zur Isola del Garda, einer der größten Inseln des Sees auf dieser ein wundervolles Schloss, die Villa Borghese mit dazugehörigem traumhaft schönen Park steht. Im Sommer werden auf der Insel Führungen angeboten.

Ausflug mit einer Riva zur Villa Borgehese

Ciao,

Magdalena


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