Bali -die Insel der Götter (Teil 2)

Einen Gesamteindruck von dieser traumhaften Insel habe ich euch bereits im ersten Teil (hier) meines Reiseberichtes vermittelt. In diesem Teil möchte ich euch meine persönlichen Highlights der Reise schildern und was man sich auf jeden Fall auf der Insel nicht entgehen lassen sollte. Viel Spaß beim Entdecken 😉

1. Spaziergang durch die Reisterassen von Jatiluwih.

Nördlich von Tabanan Stadt, ca. 15 km Bergauf auf holprigen Dorfstraßen und durch malerische Kulisse von Feldern, Dörfern und Flüssen gelangt man in das Innere der balinesischen Reiskammer. Die Reisfelder von Jatiluwih sind nicht nur die ältesten auf Bali, sie zählen auch zum UNESCO-Weltkulturerbe. Unzählige Pfade führen durch die Felder so dass ein Spaziergang sich wirklich Lohnt.

Hier und da erspäht man einen Reisbauer bei der Arbeit oder einen Stahl mit Büffeln. Palmen spiegeln sich im Wasser der Reisfelder, bunte Fähnchen wehen im Wind. In den kleinen Kanälen gluckert das Wasser. Am besten bricht man am Nachmittag auf, wenn das Licht sanfter wird und die Farben satter, dann bietet sich einem eine wahrhaft schöne Postkartenkulisse.

In einem Warung mit Aussicht auf die Terrassenfelder kehrten wir ein zur Teestunde und einen kleinen Imbiss -das Essen in den kleinen Warungs (kleine einfache Restaurants) ist übrigens hervorragend! Zugegeben der Tee aus roten Reis hat leider nicht wirklich geschmeckt, eigentlich hat er nach nichts geschmeckt, aber die Aussicht war dafür grandios und hat alles wieder Wett gemacht! 😉

 

2. Besuch einer Kaffeeplantage

Ich bin ein absoluter Kaffeejunkie, da dürfte ein Besuch auf einer Kaffeeplantage nicht fehlen. So machten wir halt auf der kleinen Plantage OKA Agrikultur Bali. Ein Weg führte uns hinein in ein Urwald und plötzlich waren wir umgeben von Kaffee, Kakao, Zimt & Vanillepflanzen!

Danach führte uns der Weg durch die üppig bewachsene Plantage zuerst zu einer Hütte mit offener Feuerstelle, wo der Kaffee frisch verarbeitet und geröstet wurde. Es duftet dort betörend nach Kaffee! Herrlich! Die Mitarbeiter dort waren super nett und erklärten uns die verschiedenen Bohnen und die einzelnen Arbeitsschritte.

Auch ich dürfte mit Hand anlegen und mir meinen eigenen Kaffee rösten. 🙂 An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass Kaffeeherstellung wirklich eine Schwerstarbeit ist und sehr aufwendig dazu.

Vorbei an Käfigen mit Schleichkatzen, die dort für die Herstellung von „Kopi Luwak“ -dem teuersten Kaffee der Welt -gehalten werden, führte der Weg weiter zur einer überdachten Terrasse mit Holzhockern und roh behauenen Tischen, wo man sich nach Lust und Laune durch die verschiedenen Kaffeesorten durchprobieren konnte. Natürlich habe ich auch den Luwak Kaffee probiert.

In Indonesien fressen die Fleckenmusang, eine Arte der Schleichkatzen die in den Bäumen leben, die reifen, roten Kaffeekirschen . Sie können aber nur das Fleisch der Kaffeekirsche verdauen, nicht die Bohnen. Im Darm fermentiert der Kaffee und erhält so sein besonderes Aroma. Das Katzenkot wird dann von den Kaffeebauern eingesammelt, gesäubert, geröstet, gemahlen und dann zum Kaffee weiterverarbeitet. Zugegeben es klingt ein wenig eklig, aber der Kaffee ist wirklich unglaublich lecker -er ist sehr mild, schmeckt süßlich, etwas nach Karamell aber mit einer erdigen Note.

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Ich teste auch die anderen Kaffees, der Kokskaffee ist mein Favorit.

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Im Shop der Farm kaufen wir dann unsere Lieblingssorten ein auch Kakao und Schokolade wurden mitgenommen. Der Besuch auf der Plantage hat sich wirklich gelohnt. Ich habe nicht nur viel über Pflanzen und Kakao- und Kaffeeherstellung gelernt, es war auch ein Fest für alle Sinne!

3. Sonnenuntergänge

Die Sonnenuntergänge auf Bali sind einfach wunderschön. Gegen 18:00 Uhr beginnt dort stets dieses traumhafte Naturschauspiel.

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Unbeschreiblich schön fand ich die Sonnenuntergänge am Strand -in Kuta, Legian und Seminyak zieht es nicht nur Touristen sondern auch viele Einheimischen zur der Goldenen Stunde an die Strände, und wenn die Sonne hinter der Horizontlinie verschwindet wird sogar applaudiert.

Meinen schönsten Sundowner hatte ich allerdings in der Rock Bar in Jimbaran. Mann schwebt an der Seilküste in 14 Metern Höhe über dem Meer und unten branden gewaltige Wellen gegen die Felsen.

Vor einem erstreckt sich der indische Ozean in unendliche Weiten. Die Sonne versinkt im Meer und taucht den Himmel in alle Farbschattierungen zwischen Orange und Lila. Chilliger Clubsound ertönt aus den Lautsprechern, ein leckerer Cocktail in der Hand.

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Um der Szenerie die nötige Portion Kitsch zu verleihen, taucht auch noch ein Fischerboot am Horizont auf. Der Abend war perfekt!

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4. Tempel

Wie ihr schon im ersten Teil meines Reiseberichtes erfahren habt, gibt es auf Bali tausende von Tempel. Selbst die Hotels haben ihre eigenen kleinen Tempel, man kommt also gar nicht drum rum welche zu sehen. Dennoch lohnt es sich auch einige der großen Tempelanlagen zu besichtigen. Diese vier waren meine persönlichen Highlights:

Pura Luhur Uluwatu

Dieser Tempel ganz im Süden auf der Halbinsel Bukit ist zweifelsohne einer der am schönsten gelegenen. Er wurde in schwindelerregender Höhe, an einer Felsenklippe 70 Meter über dem Meer errichtet und zählt zu den sechs Reichstempeln auf Bali.

Der Tempel wurde bis an die äußerste Grenze des Kliffs erbaut und ragt wie ein riesiger Schiffsbug ins Meer hinein. Unten Toben die Naturgewalten. Über eine steile Treppe gelangt man hinauf. In den Wälder drum herum leben viele Affen, die längst ihre scheu vor den Menschen verloren haben -also Vorsicht, die sind nämlich sehr frech und klauen schon mal die Sonnenbrillen oder Schmuck.

Auch zum Sonnenuntergang lohnt es sich hierhin zu kommen.

Pura Goa Gajah

Südöstlich von Ubud findet man in einem Felsen verborgen den Tempel Goa Gajah – besser bekannt als die Elefantenhöhle. Der Tempel stammt aus dem 08. Jahrhundert. Man betritt die T-förmige Höhle durch ein Portal mit einem riesigen Dämonengesicht. Es symbolisiert Boma, die Erd- und Baumgottheit, die der Mythologie zufolge alle verschlingt, die von einer Existenz in die andere hinüberwechseln. img_2128-1

Im Innern der Höhle steht auf der linken Seite eine vierarmige Statue des Elefantengottes Ganesha, auf der rechten Seite findet man drei Linggas, die die Kräfte von Brahms, Vishnu und Shiva verkörpern.

Vor der Höhle befindet sich ein großer Badebassin, deren Wasser als heilig gilt und es werden ihm gar magische Kräfte zugeschrieben.

 

Pura Ulun Danu Bratan

Malerisch liegt dieser Tempel bestehend aus zwei Merus (mehrstöckige Pagode) am Ufer des Bratan-Sees im Norden der Insel und spiegelt sich im Wasser vor der wunderschönen Bergkulisse. img_2648-1

Die Seelage kommt nicht von ungefähr, dieser Tempel ist Desi Dan -der Göttin des Meeres und der Seen gewidmet. Der See ist ein ehemaliger Krater von einem Vulkan und deren Wasser gilt als heilig.

Um den Tempel herum ist ein groß angelegter Garten der zum spazieren und verweilen einlädt. Die gesamte Anlage ist wirklich wunderschön. Man kann auch ein Boot mieten und den Tempel von der Wasserseite aus bestaunen.

 

Pura Tanah Lot

Wie ein Fels in der Brandung liegt dieser Meerestempel auf einem kleinen Fels vor der Südwestküste Balis. Bei Flut wird der Tempel komplett vom Meer umspült.

Unten im Fels auf dem der Tempel steht ist eine heilige Quelle. Das Besondere an ihr ist, dass Süßwasser aus ihr entspringt, obwohl der Fels mitten im Meer steht. Neben Tanah Lot liegt noch ein weiterer kleiner Tempel auf einer Landbrücke.

Eine stille Zeremonie findet gerade statt als wir dort ankommen. Andächtig meditieren dort die Gläubigen während unten die Wellen toben. img_3116

 

5. Git-Git Wasserfälle

Auf Bali hab ich mir einen langersehnten Traum erfüllt -einmal unter einem Wasserfall baden. 😀 Bali hat viele wunderschöne Wasserfälle -ich habe mir wohl den schönsten zum planschen ausgesucht -der Git-Git Wasserfall der aus 40 m Höhe tosend in eine grüne Dschungelschlucht stürzt und dabei eine traumhafte Kulisse abgibt.

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Der kleine Pool am Fuße des Wasserfalls lädt geradezu zu einem erfrischenden Bad ein. Es ist schon ein unglaubliches Gefühl unter einem so gigantischem Wasserfall zu stehen und seine ganze Kraft zu spüren.

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Etwas abwärts stürzt das Wasser nochmal über die Felsen in einen weiteren Pool der tiefer ist und in dem man auch herrlich gegen die Strömung schwimmen kann. Für mich ein unvergessliches Erlebnis!

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6. Wellness & Spa

Bali ist für mich der Inbegriff von Entspannung und Erholung. Nirgends sonst auf der Welt ist die Wellnessdichte so groß. An jeder Ecke findet man Spa´s und Massagestudios. Jede Massage beginnt mit einem Fußbad, dabei ruhen Füße in einem duftenden Meer bunter Blüten: Hibiskus, Jasmin und Plumeria.

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Auch die Essenzen der Massageöle werden aus Pflanzen gewonnen, die im Lande wachsen: Sandelholz und Zitronengras, Ylang-Ylang und Ingwer, Lotus und Lavendel.

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Die Balinesen lernen schon von klein auf Massagetechniken zur Entspannung und Krankheitsvorbeugung von ihren Eltern, das Wissen um die Wege zum Wohlbefinden wird so von Generation zu Generation weiter vererbt. Anders als bei westlichen Massagen wird der Körper bei einer traditionellen balinesischen Massage gestreckt und gedehnt und nicht durchgeknetet. Nur gelegentlich halten die fließenden Bewegungen inne und drücken kräftig auf kleine Energiezentren, ganz nach dem Prinzip Yin und Yang werden Energien des Körpers so in das richtige Gleichgewicht massiert. Nach einer Massage fühlt man sich wie neugeboren.

 

7. Yoga

Nichts eignet sich besser als Yoga um Körper, Geist und Seele ins Gleichgewicht zu bringen. Mich zog es stets zum Strand für meine täglichen Yoga Einheiten.

Hier hatte ich Raum zum Durchatmen und um die unermessliche Weite des des Meeres auf mich wirken zu lassen, unter Palmen zu träumen und einfach zu sein. Ein Ort der Schönheit, Stille und des Friedens zum „Welt- Anhalten“. Yoga im Einklang mit der Natur -was gibt es schöneres?! ❤

 

8. Ubud

Ubud ist wohl das Kulturelle Zentrum der Insel. Seit Spies und andere Künstler hier Ihre Zelte aufschlugen, reist die internationale Kunstkarawane immer wieder hierhin.img_2274-1

Ob Malerei, Textilkunst oder Schnitzerei, die handwerklichen Künste Balis findet man genau hier. Wer sich Zeit nimmt, kann in den Galerien herumstöbern und wunderbare Mitbringsel finden. Oder in einem der kleinen Textilbetriebe zugucken, wie Sarongs von Hand bemalt und bedruckt werden -ich habe in diesem Beitrag bereits darüber berichtet.

Ubud gilt auf Bali zudem als Hauptstadt des traditionellen Tanzes. Täglich kann man hier die unterschiedlichsten Tanzaufführungen besuchen. Das bunte treiben hier sollte man sich auf jedenfalls nicht entgehen lassen und genauso wenig einen Besuch in einer der zahlreichen Handwerkstätten -es ist wirklich beeindruckend zuzuschauen wie all die schönen Kunstwerke von Hand gefertigt werden.

 

9. Strände

Auch wenn große Teile von Balis Küsten steinig sind, es gibt viele Strände vom weißen, über gelben bis hin zum schwarzen Vulkansand. Für jeden was dabei -der Süden der Insel lockt mit langen Stränden die zum Baden und Surfen einladen, der Norden hingegen mit den besten Tauch- und Schnorchelregionen.img_3287-1

Der Partystrand von Kuta ist stark überlaufen und erinnerte mich eher an das bunte treiben auf Mallorcas Ballermann -nichts für mich. 😦

Unsern Urlaub verbrachten wir in Grand Hyatt Hotel in Nusa Dua -wir wählten das Hotel unter anderem deshalb, weil es unbestritten den schönsten und längsten Strand hat -kilometer langer weißer Sandstrand, mit Pulversand, türkisblaues, klares Wasser und tosende Wellen.

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Bäume spendeten den nötigen Sonnenschutz und da der Strand ausschließlich nur von den Hotelgästen benutzt werden konnte, absolut ruhig -hier bekam mein sonnenhungriges Herz alles was es begehrt! ❤

Ob Yoga am Strand, ausgiebige Sonnenbäder, Sonnenuntergänge, Fahrradtouren der Strandpromenade entlang, Spaziergänge durch die Wellen oder einfach nur entspannen mit einer Kühlen Cocosnuss und einem guten Buch -es verging nicht ein Tag an dem ich nicht mindestens einmal am Strand war.

Einfach überwältigend das Gefühl einfach auf die unendlichen weiten des indischen Ozeans zu blicken und jedes Mal aufs neue zu begreifen, das hinter dem Horizont nur noch die Antarktis liegt!

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10. Vulkane

Auf Bali gibt es vier Vulkane und alle sind noch aktiv. Dank des Vulkanismus ist die Erde auf Bali sehr fruchtbar und etwa siebzig Prozent wird landwirtschaftlich genutzt. Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Berge von den Balinesen stark verehrt werden. Hunderte von Tempeln wurden zu Ehren der Vulkane errichtet in denen den Dämonen der Vulkane Opfergaben dargebracht werden.
Gunung Agung ist mit einer Höhe von 3.142 Meter der größte Vulkan auf der Insel. Übersetzt heißt Gunung Agung „Großer Berg”, er brach 1963 das letzte Mal aus. Lavaströme flossen bis ins Meer und begruben einen Großteil Ostbalis unter sich. Tausende starben, aber die meisten blieben verschont, da grad die Vorbereitungen zum Tempelfest des Tempels Pura Besakih liefen und wundersamer weise kam das Lava exakt vor den Mauern des Tempels zum Stillstand und so blieben alle, die im Tempel waren unverletzt.


Ein anderer Vulkan auf Bali heißt Gunung Batur. Dieser Vulkan ist ebenfalls aktiv und speit immer wieder Asche und Feuer. Er ist 1.717 Meter hoch, war jedoch einmal höher. Vor ungefähr 30.000 Jahren gab es einen gewaltigen Ausbruch, bei dem der Vulkan sein oberes Drittel verlor, in dem so entstandenen Krater bildete sich der Batur-See um dem oft Nebelschwaden liegen, und dem See mystisch erscheinen lassen. Wer sportlich aktiv ist kann den Vulkan sogar besteigen. Überall auf der Insel werden geführte Trackingtouren angeboten -ist allerdings nichts für Langschläfer wie mich, die Touren beginnen bereits gegen 4 Uhr morgens!

 

So, das waren meine Top 10 auf Bali. Was hat euch am besten gefallen? Ich freue mich über eure Kommentare.

Liebe Grüße,

Magdalena


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